Über das Projekt
Das Projekt „Instandstellung Wipkingertunnel“ umfasste die Sanierung und Modernisierung des historischen Eisenbahntunnels in Zürich. Dieser wurde im Jahr 1856 bergmännisch erstellt. 1986 und 1989 wurden der Tunnel saniert und ein Überdeckungsbereich auf der Seite Wipkingen erstellt. Bei dem beschriebenen Projekt handelt es sich um dessen Instandstellung.
Zu den wichtigsten Aufgaben zählten:
Instandsetzung Tunnelgewölbe
- Abbruch und Erneuerung der Spritzbetonschale
- Sanierung des Mauerwerks und der Fugen
- Verbesserung der Entwässerungssysteme
- Abdichtung des Tunnelgewölbes
- Lichtprofileinragungen Beseitigung
Fahrbahnerneuerung
- Aushub der alten Schotterfahrbahn und Bau einer neuen Festen Fahrbahn inkl. Weichen
- Erneuerung von Weichen und Unterbau sowie Installation von Kabelanlagen
- Erstellung der neuen Entwässerungsebene
Kabelanlagen
- Erstellung einer Kabelanlage für den Einzug der 132 kV-Stromversorgung
- Ausbildung Kabelkanals integriert im Bankett
Provisorien
- Provisorische Kabeltrasse Gewölbe Gl.404
- Schotterverklebung
- Beleuchtung
Allgemeine Leistungen
- Koordination mit Nachunternehmern und Fachdiensten SBB
- Bahnlogistik
- Umweltmassnahmen
- Vermessungsleistungen
- Überwachungsleistungen
Das Projekt war in zwei Bauphasen untergliedert, die Phase „Gewölbeinstandsetzung“, die im Jahr 2023 ausgeführt wurde, und die Phase „Fahrbahn“ im Jahr 2024. Die Ausführung während der Arbeiten im Gewölbe erfolgte gleisgebunden in kurzen Nachtsperren. Die Sanierung der Fahrbahn erfolgte während einer dauernden Einspursperre mit nächtlichen Betriebspausen auf dem jeweiligen Betriebsgleis.
Schlüsselpersonen
- Projektleiter: Pius Jochum
- Baustellenchef: Pius Jochum
- Bauführer: Sven Meyer, Patrick Vogl
- Poliere: Ymer Gashi, Curdin Davaz, Dietmar Winkler
Besonderheiten
Das Projekt wurde trotz der zahlreichen Herausforderungen erfolgreich abgeschlossen. Die enge Zusammenarbeit mit der SBB, den Nebenunternehmen und weiteren Beteiligten sowie die einzelnen Kompetenzen der RSRG-Gruppe trugen massgeblich zum Erfolg bei. Die proaktive Herangehensweise der RSRG-Verantwortlichen und das flexible Projektmanagement ermöglichten die fristgerechte Fertigstellung des Projekts unter Einhaltung aller Qualitäts- und Sicherheitsstandards.
- Arbeiten unter laufendem Bahnbetrieb
Während der gesamten Bauzeit musste mindestens ein Gleis betriebsbereit bleiben. Der laufende Bahnbetrieb musste ohne Einschränkungen auf Geschwindigkeit gewährleistet werden. Diese Einschränkung erforderte eine präzise Planung der Bauabläufe und die perfekte Koordination von Arbeiten. Durch die Implementierung eines dynamischen Bauzeitplans und die Nutzung kurzer, aber intensiver Arbeitsintervalle wurden die Arbeiten termingerecht abgeschlossen. - Komplexe Logistik und eingeschränkter Zugang
Die Baustelle befand sich im innerstädtischen Bereich mit eingeschränkten Lagerflächen und schwierigen Zufahrtswegen. Die schienengebundene Logistik ermöglichte eine reibungslose Versorgung der Baustelle. - Koordination
Parallel zur Tunnelsanierung fanden Bauarbeiten am Bahnhof Wipkingen und an den angrenzenden Viadukt- und Brückenbauwerken statt. Durch regelmässige Abstimmungen und eine enge Kommunikation mit allen Projektbeteiligten wurden Überschneidungen vermieden und die Arbeiten nahtlos koordiniert. - Umweltschutzauflagen
Das Projekt lag teilweise in einem Bereich mit Altlasten und kontaminiertem Bahnschotter. Alle notwendigen Schutzmassnahmen wurden getroffen, um die Einleitung von Bauabwasser in die Limmat zu verhindern und Altlasten fachgerecht zu entsorgen.
Technische Daten
Line 751, Zürich HB – Zürich Wipkingen – Zürich Oerlikon
KM 2.568 bis KM 3.613
Im Projekt wurden folgende Hauptmengen realisiert:
Instandsetzung Tunnelgewölbe
- Abbruch bestehende Spritzbetonschale: 220 m2
- Neue Spritzbetonschale: 360 m2
- Frässchlitze Entwässerungsableitungen Gewölbe: 350 m
- Neue Entwässerungsableitungen: 37 Stk.
- Anpassung bestehende Entwässerungsableitungen: 200 Stk.
- Instandsetzung Mauerwerksfugen: 100 m2
Fahrbahn
- Aushub Schotter: 4 800 m3
- Erneuerung Kontrollschächte Entwässerung: 30 Stk.
- Bankett: 940 m
- Kabelkanal: 1 950 m
- Beton (Fahrbahn und Bankette): 4 500 m3
- Weichen: 4 Stk.
- Feste Fahrbahn: 1 960 m
- Schotterfahrbahn: 120 m
132 kV-Kabelanlage
- Kabelschutzrohre DN200: 8 000 m
Provisorien
- Schlitzrohr DN150: 1 000 m
- Schotterverklebung: 1 040 m