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Schienenfräszug Nord Amerika

Schienenfräszug Nord Amerika

Rhomberg Sersa North America ist Spezialist für Schienenschleif- und Schienenfräsdienste und verlässlicher Partner für die Toronto Transit Commission.

Die Toronto Transit Commission (TTC) betreibt Busse, U-Bahnen, Straßenbahnen und Paratransitdienste in Toronto und der Region York in Kanada. Mehr als 1,5 Millionen Fahrgäste nutzen das System an normalen Werktagen.

Mit mehr als 460 Mio. Fahrgästen im Jahr 2019 ist es das am meisten genutzte System in Kanada und liegt in ganz Nordamerika auf Platz drei hinter New York und Mexiko City.

Die U-Bahn in Toronto wurde 1954 eröffnet und ist das älteste U-Bahn-System in Kanada. Das gesamte U-Bahn-Netz besteht aus 4 Linien (zwei weitere Linien befinden sich derzeit in der Bauphase) mit einer Gesamtlänge von 80 km. Toronto hat eine spezielle Spurweite von 1495mm (4 ft 10 7/8 in, auch Toronto Gauge genannt) auf den drei ältesten U-Bahn-Linien und auf ihrem Straßenbahnnetz.

Rhomberg Sersa North America hat seit 2014 eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit der TTC. Diese begann mit Schienenschleifdienstleistungen auf den Straßenbahnlinien sowie auf der Scarborough Rapid Transit Linie (Hochbahn). Im Jahr 2018 erhielt Rhomberg Sersa einen Mehrjahresvertrag für Schienenfräsdienste für die U-Bahn-Linien der TTC. Das Schienenfräsen kann als Trockenschnittverfahren bezeichnet werden, bei dem Material in Form von Spänen aus der Schienenoberfläche herausgeschnitten wird. Im Gegensatz zum abrasiven Prozess des Schienenschleifens werden beim Schienenfräsen nur minimale Energiemengen in die Schienenoberfläche eingebracht, die nur eine geringe Temperaturerhöhung verursachen. Eine unerwünschte Materialumwandlung an der Schienenoberfläche kann vollständig verhindert werden. Die Prozessnebenprodukte - die Frässpäne - werden effizient durch ein Vakuumsystem aufgenommen und an Bord der Maschine zur späteren Wiederverwertung gelagert. Außerdem entstehen bei diesem Trockenfräsverfahren kein Staub und keine Funken, so dass eine mögliche Brandgefahr auf ein Minimum reduziert wird. Der Fräsprozess selbst erfordert nur minimale Eingriffe durch den Bediener, wodurch das Potenzial für Fehlbedienungen auf ein Minimum reduziert wird. Das Schienenfräsen zeigt klare Vorteile in Bezug auf einstellbares Zeitspanvolumen, hochpräzise Quer- und Längszielprofile sowie eine hervorragende Oberflächenqualität.

Um Fräsdienstleistungen für TTC (und den Rest Nordamerikas) anbieten zu können, hat Rhomberg Sersa ein Joint Venture mit dem internationalen Fräsdienstleister LINMAG (einer Schwesterfirma des Fräsmaschinenherstellers LINSINGER) gegründet. Das Joint Venture bestellte Anfang 2018 eine Fräsmaschine des Typen SF02T-FS LB bei LINSINGER. Diese Fräsmaschine ist mit modernster dieselelektrischer Frästechnik ausgestattet und kann flexibel zwischen 0,3 mm und 1,5 mm Schienenmaterial pro Maschinendurchgang abtragen. Gerade in einer Tunnelumgebung bietet das funken- und staubfreie Schienenfräsverfahren deutliche Vorteile. Darüber hinaus ist die Maschine mit modernster Messtechnik ausgestattet, um Querprofil, Abtrag, Längsprofil und Schadenszustand der Schiene zu ermitteln. Die SF02T-FS LB ist in der Lage, sowohl Fernbahngleise als auch Weichen und Kreuzungen zu bearbeiten, da sie mit einem Weichenbearbeitungssatz ausgestattet ist. Eine spezielle Weichenfräsmaschine ist nicht erforderlich. Die SF02T-FS LB wurde so konzipiert, dass sie in die meisten Tunneldurchlässe in Nordamerika passt. Obwohl diese Maschine auf Transitsysteme ausgerichtet ist, verfügt sie über genügend Arbeitskapazität (Spänebunker, Kraftstofftank), um auch längere Schichten auf nordamerikanischen Class-1-Güterverkehrsnetzen zu fahren.

Erste erfolgreiche Schichten wurden bei TTC Ende 2018 / Anfang 2019 mit einer geleasten LINSINGER-Fräse geliefert, da die bestellte SF02 noch in der Produktion war. Im Januar 2021 wurde die SF02T-FS LB nach Toronto geliefert und hat Anfang Februar 2021 die Arbeit aufgenommen. Bei dieser Fräskampagne bei TTC zielt Rhomberg Sersa auf Bereiche mit hohen Schäden (Kontaktermüdung, Riffelung), hohen Schweißnähten und stark abgenutzten Schienen ab. Mit dem Fräsen ist es möglich, auch stark beschädigte Schienen wiederherzustellen und damit einen vorzeitigen Schienenaustausch zu verhindern. Darüber hinaus wird die resultierende hochwertige Schienenoberfläche den Lärm reduzieren und den Fahrkomfort für die Fahrgäste verbessern.

Die Fräsmaschine wird voraussichtlich bis Juni 2021 in Toronto arbeiten, bevor sie zu anderen kanadischen und US-amerikanischen Kunden weitergereicht wird.